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Sicherheit

Auf Betrug hereingefallen – was jetzt?

Von Technik Komplizen •

Geld überwiesen, Bankdaten eingegeben oder Fremden Zugriff auf den Computer gegeben? Diese Schritte solltest du sofort erledigen, um den Schaden zu begrenzen.

Betrüger sind Profis. Jedes Jahr fallen Tausende Menschen auf sie herein – jung und alt, technikerfahren und Einsteiger. Du musst dich nicht schämen. Wichtig ist jetzt nur eines: schnell handeln. Je früher du reagierst, desto eher lässt sich der Schaden begrenzen.

Sofort-Checkliste

  1. Bank anrufen (Nummer auf der Rückseite deiner Bankkarte) oder den Sperr-Notruf 116 116 wählen.
  2. Passwörter ändern – von einem anderen, sicheren Gerät aus.
  3. Beweise sichern: Nachrichten, E-Mails und Anruflisten nicht löschen.
  4. Anzeige erstatten bei der Polizei.

Fall 1: Du hast Geld überwiesen

  • Ruf sofort deine Bank an und schildere, dass du Opfer eines Betrugs geworden bist. Ist die Überweisung noch nicht ausgeführt, kann die Bank sie eventuell stoppen. Auch danach kann die Bank versuchen, das Geld bei der Empfängerbank zurückzuholen – das klappt aber nur, wenn es noch nicht weitergeleitet wurde.
  • Wurde Geld per Lastschrift abgebucht, kannst du diese in der Regel innerhalb von 8 Wochen über deine Bank zurückbuchen lassen.
  • Hast du mit Kreditkarte bezahlt, frag deine Bank nach einer Rückbuchung ("Chargeback").
  • Hast du mit Gutscheinkarten (z. B. Google Play, Apple, Paysafecard) bezahlt, ruf sofort die Hotline des Anbieters an. Manchmal lässt sich das Guthaben noch sperren.

Fall 2: Du hast Bank- oder Kartendaten eingegeben

  • Lass Online-Banking-Zugang und Karten sperren: bei deiner Bank direkt oder rund um die Uhr über den Sperr-Notruf 116 116 (aus dem Ausland: +49 116 116). Der Anruf ist kostenlos.
  • Prüf in den nächsten Wochen deine Kontoauszüge genau auf Buchungen, die du nicht kennst.

Fall 3: Du hast ein Passwort verraten

  • Ändere das Passwort sofort – und zwar auch bei allen anderen Diensten, bei denen du dasselbe Passwort verwendest.
  • Kommst du selbst nicht mehr in dein Konto, nutze die Funktion "Passwort vergessen" oder wende dich an den Kundendienst des Anbieters.
  • Schalte danach die Zwei-Faktor-Anmeldung ein. Wie das geht, steht in unserem Ratgeber Sichere Passwörter erstellen.
  • Ist dein E-Mail-Konto betroffen, warne deine Kontakte: Betrüger verschicken von gekaperten Konten oft weitere Betrugs-Nachrichten.

Fall 4: Jemand hatte Fernzugriff auf deinen Computer

Hast du einem angeblichen Microsoft- oder Bankmitarbeiter erlaubt, sich auf deinen Computer zu schalten (z. B. mit AnyDesk, TeamViewer oder RustDesk)?

  • Trenn den Computer vom Internet: WLAN ausschalten oder das Netzwerkkabel ziehen.
  • Nutze diesen Computer vorerst nicht mehr für Online-Banking oder E-Mails.
  • Ändere deine wichtigsten Passwörter (Bank, E-Mail) von einem anderen Gerät aus, z. B. deinem Smartphone.
  • Lass den Computer von einer Fachperson prüfen und das Fernwartungsprogramm entfernen. Im Zweifel muss Windows neu aufgesetzt werden.

Fall 5: Dein WhatsApp-Konto wurde übernommen

Hast du jemandem einen 6-stelligen WhatsApp-Code geschickt, können Betrüger in deinem Namen schreiben. Öffne WhatsApp und melde dich mit deiner Telefonnummer neu an – du erhältst dann selbst einen neuen Code per SMS, und der Betrüger wird abgemeldet. Hat der Betrüger bereits eine eigene PIN für die Verifizierung in zwei Schritten gesetzt, kann es sein, dass du einige Tage warten musst, bis du wieder hineinkommst – WhatsApp zeigt dir das dann an. Warne deine Kontakte auf anderem Weg (z. B. per Anruf oder SMS), dass Nachrichten aus deinem Konto gefälscht sein könnten.

Beweise sichern und Anzeige erstatten

Lösch nichts! Mach Bildschirmfotos (Screenshots) von Nachrichten, notier Telefonnummern, Kontonummern, Uhrzeiten und Namen. Damit erstattest du Anzeige:

Für viele Banken und Versicherungen ist eine Anzeige außerdem Voraussetzung, um sich mit dem Schaden zu befassen. Kostenlose oder günstige Beratung bekommst du auch bei der Verbraucherzentrale Berlin.

Vorsicht vor dem zweiten Betrug

Wer einmal betrogen wurde, wird oft ein zweites Mal angerufen – diesmal von angeblichen Anwälten, Polizisten oder "Geld-zurück-Diensten", die gegen eine Gebühr helfen wollen, das verlorene Geld zurückzuholen. Auch das ist Betrug. Zahl niemals Vorab-Gebühren.

Damit es nicht noch einmal passiert: Lies unseren Ratgeber Betrug im Internet erkennen.

Du kommst trotzdem nicht weiter?

Kein Problem! Unsere freundlichen Technik-Kompliz:innen helfen dir gerne persönlich weiter – direkt bei dir zuhause in Berlin oder per Fernhilfe.

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Oder ruf uns an: 030 814 56 99 69